Steuerung

Vergangenheit:

Als ich 1996 den Grundstein der Anlage gelegt habe, war für mich klar, dass die automatische Steuerung der Züge von einem PC durchgeführt werden sollte. Durch die Entscheidung für die Fleischmann-Mehrzugsteuerung (FMZ) musste ich mir nur noch ein geignetes PC-Programm aussuchen. Da ich seinerzeit einen alten PC mit einem 386-er Prozessor mit dem MS Windows-Betriebssystem 3.11 besaß, sollte diese Maschine die Steuerung übernehmen.

Der Markt war damals eigentlich recht überschaubar, so dass ich schnell zwei Programme zur Auswahl hatte. Es waren das DOS-Programm Softlok 5.0 von W.Schapals und das Programm Railware für WIN 95. Aus meiner Sicht war ein wichtiges Argument gegen Railware, dass ich mir für dieses Programm einen schnelleren PC hätte anschaffen müssen. Da das Programm unter WIN 95 lief, war ich mir auch nicht sicher, wie stabil es tatsächlich laufen würde.

Ich habe mich dann für Softlok entschieden. Der alte PC hat seine Aufgabe bis 1998 erfüllt. Dann wurde bei mir ein PC mit einem 486-er Prozessor frei. Die Steuerung lief dann hiermit bis zum Jahre 2002. Seit diesem Jahr hat dann ein ausrangierter PC mit einem Pentium-Prozessor mit 350 Mhz und dem Betriebssystem WIN 98 die Steuerung übernommen.

Da ich mir die FMZ-Zentrale 6800 als Steuerung zugelegt habe, kam somit auch Softlok für Fleischmann FMZ zum Einsatz. Anfangs reichte für den Zugverkehr und für das Schalten eine Zentrale. Schnell war jedoch hiermit Schluss. Es musste eine zweite Zentrale her. Begründung: Wenn die FMZ-Zentrale Weichen schaltet, dann ist sie nicht in der Lage, während der Stellzeit Fahrbefehle für die Züge herauszugeben. Bei langen Weichenstraßen, die aus mehreren Weichen bestehen und deren Antriebe nacheinander geschaltet werden, können schon mehrere Sekunden vergehen, bis die Züge auf Fahränderungsbefehle reagieren. Wenn dann mehrere Züge gleichzeitig auf der Strecke sind, waren Störfälle vorprogramiert.

Damit die Steuerung auch erkennen kann, wo sich die einzelnen Züge während des Betriebes befinden, mussten Kontakte installiert werden. Ich habe die Reedkontakte von Fleischmann eingebaut. Diese Kontakte werden der Steuerung über Optokoppler und eine zentrale Karte im PC zur Kontaktauswertung zur Verfügung gestellt. Durch diese Art der Rückmeldung wird natürlich die serielle Datenleitung von der Zentrale zum PC nicht noch zusätzlich belastet. Für FMZ war jedoch die Belastung der Datenleitung unerheblich, da die FMZ-Zentrale für Rückmeldungen nicht konzipiert war. Die FMZ-Zentrale für die Steuerung habe ich dann nach meiner DCC-Neuausrichtung durch ein Twin-Center ersetzt (siehe auch Digitaltechnik). Das Twin-Center wurde mit der TC-Syntax betrieben. Bedingt durch die FMZ-Technik konnten max. 24 Lokomotiven über die Zentrale automatisch angesteuert werden. Weitere acht Lokomotiven waren dann nur noch über die Handregler zu steuern. Ich habe Softlok für FMZ bis zur Version 8.75 eingesetzt. Mittlerweile habe ich im September 2005 auf Softlok 9.0 umgestellt (siehe nächster Abschnitt).

Neue Softlokversion 9.0

Mit Softlok 9.0 für Fleischmann Twin-Center mit IB-Syntax oder Uhlenbrock Intellibox mit IB-Syntax als 1. System (Fahren) und Fleischmann Twin-Center mit TC-Syntax oder FMZ-Zentrale als 2. System (Schalten) hat sich für mich ein Wunsch erfüllt. Dieses Programm gestattet es mir, mehr als 24 Lokomotiven und/oder Züge automatisch zu fahren. Diese Begrenzung, bedingt durch die FMZ-Zentrale, ist weggefallen. Mit Softlok 9.0 habe ich die FMZ-Zentrale für das Schalten von Magnetartikeln durch ein zweites Twin-Center ersetzt. Meine FMZ-Magnetartikeldecoder können auf Dauer weiter betrieben werden, da das Twin-Center diese auch schaltet.

Das Programm Softlok 9.0 ist jetzt wesentlich größer als die Version 8.75. Insbesondere haben sich die Maximalwerte z. T. stark vergrößert. Das hat wohl damit zu tun, dass das Programm jetzt den EMS-Speicher unterstützt. Die Umstellung von 8.75 auf 9.0 erfolgte bei meiner Anlage im Prinzip ohne große Probleme.

Nachfolgend habe ich jeweils den Programmumfang der Versionen 8.75 und 9.0 gegenübergestellt:

Programmumfang von

Softlok 8.75

Programmumfang von

Softlok 9.0

Genutzter Programmumfang für meine Anlage (Stand 2015)
22 Schrittketten *
50 Schrittketten *
39 Schrittketten *
3 Gleisbilder
6 Gleisbilder
6 Gleisbilder
156 Weichen
250 Weichen
116 Weichen, 2 Bahnübergänge
264 Eingänge
480 Eingänge
120 Eingänge
390 Blockstrecken
600 Blockstrecken
313 Blockstrecken
80 Lokomotiven
80 Lokomotiven
45 Lokomotiven
160 Signale
250 Signale
92 Signale

* Softlok versteht unter Schrittkette eine automatisch gesteuerte Zugfahrt mit einem definierten Anfangs- und Endpunkt. Es können über Softlok also gleichzeitig bis zu 22 bzw.50 Züge auf der Anlage automatisch gesteuert werden. Weitere Lokomotiven können dann nur noch von Hand durch das Programm oder aber mit der Fahrzentrale gesteuert werden.

Durch ein Update verwende ich seit März 2008 Softlok 9.5.

Mittlerweile verwende ich Softlok mit der Version 11.1g.

Meine Anlagenkonfiguration (Stand 09.2015):

Software:

Softlok 11.1g für Twin-Center mit IB-Syntax zum Fahren und/oder Schalten und Twin-Center mit TC-Syntax zum Schalten.

Hardware:

Twin-Center von Fleischmann, Softwarestand Version 2.0, für die Steuerung der Züge und das Schalten von Signalen und Weichen, verbunden über Schnittstellenkabel mit der COM1-Schnittstelle des Computers.

Twin-Center von Fleischmann, Softwarestand Version 1.1 für das Schalten von Weichenantrieben, verbunden über Schnittstellenkabel mit der COM2-Schnittstelle des Computers.

Eine PC-I/O-Karte, eingebaut in einen ISA-Steckplatz, für insgesamt 192 Kontakte, verbunden über Flachkabel mit Optokopplerkarten.

Drei Optokopplerkarten, installiert unter der Anlage, für insgesamt 120 Rückmeldekontakte.

PC mit einem Pentium-Prozessor III, 1,4 Ghz, mit dem Betriebssystem MS Windows 98 und Windows 2000 sowie einen 21 Zoll LCD-Bildschirm.

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Meine wesentlichen Aufgaben mit Softlok:

Der Gleisplan muss in einzelne Blockstrecken aufgeteilt werden. Stromlose Abschnitte z. B. vor Signalen habe ich nicht geplant, da sie nicht benötigt werden. Die Blockstrecken habe ich dann in das Programm eingegeben. Gleichzeitig musste ich mir Gedanken machen, welche Blöcke angefordert, welche Blöcke freigegeben und welche Weichen und Signale geschaltet werden sollen.

Eingabe der Lokdaten in den PC.

Eingabe der Weichen in den PC.

Eingabe der Signale in den PC (Hierbei müssen alle Signale eingegeben werden, auch wenn sie auf der Anlage noch nicht vorhanden sind.) Dies hat den Vorteil, den Kauf von Signalen je nach Kassenlage durchführen zu können.

Eingabe der Schrittkettendaten für den Automatikbetrieb der jeweiligen Züge.

Erstellen der Gleisbilder auf dem PC mit den Blöcken, Weichen, Signalen, Eingängen, Linien usw. Mit Hilfe der Softlok-Gleisbilder habe ich schematisch die entsprechenden Gleisbildstellwerke 1-5 der Anlage auf einem Bildschirm erstellt. Die Gleisbilder werden mit der Bildtaste bzw. der mittleren Maustaste aufgerufen. Per Maustaste werden die Signale, Weichen, Fahrstraßen oder die gewünschte Lok (über die blaue Lokbox unten am Bildrand) zur manuellen Fahrt angeklickt und gesteuert. Im Automatikbetrieb gibt das Gleisstellwerk Auskunft über alle Zugpositionen auf der Anlage und zeigt auch die belegten und freien Blockstrecken an.

Gleisstellwerk (Bild 1) der Anlage (Hauptbahn)
Gleisstellwerk (Bild 2) der Anlage (Nebenbahnen)
Gleisstellwerk (Bild 3) der Anlage (Teil der Güterzugstrecke und das BW)
Gleisstellwerk (Bild 4) der Anlage (Industriegebiet 1)
Gleisstellwerk (Bild 5) der Anlage (Güterbahnhof)

Meine Meinung über Softlok:

Das DOS-Programm lief unter MS-Windows 3.11 mit der Version 5.0 - 7.0 und lief unter MS-Windows 98 mit der Version 8.75 ohne Probleme. Auch die neueste Version 9.5 läuft unter MS-Windows 98 stabil. Abstürze hat es bis zum heutigen Tage nicht gegeben. Das Programm ist sehr umfangreich, aber auch sehr gut. Man muss sich intensiv mit der Philosophie des Programms beschäftigen. Das Handbuch war mir dabei eine große Hilfe. Bei Problemen habe ich direkt mit Herrn Schapals gesprochen. Er hat mir dann auch direkt geholfen. Zugegeben, man muss seine Anlage sehr gut kennen. Die einzelnen Fahrstrecken müssen bekannt sein und die Programmierung der Schrittketten dauert seine Zeit. Wenn man aber einige Schrittketten erstellt hat, wird es immer einfacher. Das Ergebnis kann dann ausgiebig mit dem Programm getestet werden, bis alle Fehler beseitigt sind. Und es macht auch Freude, wenn die ersten Züge wie von Geisterhand bewegt werden.

Die Konstruierung der Gleisbilder ist relativ einfach, jedoch das Eintragen der einzelnen Blöcke erfordert ein wenig Geduld und auch Zeit.

Ich habe die Anschaffung von Softlok, aber auch das Updaten nicht bereut, da ich bis heute mit Softlok erfolgreich den Betrieb auf meiner Anlage gestalte.

Hinweis:

Die von mir gemachten Erklärungen über das Programm Softlok sind sehr vereinfacht dargestellt. Wer sich für Softlok interessiert, sollte sich damit intensiv beschäftigen. Herr Schapals hat eine Website (www.softlok.de), von der man sich u. a. das Handbuch herunterladen kann.

Sonstiges:

39 automatische Zugfahrten habe ich bisher programmiert. Die Bildschirmstellwerke sind in Betrieb. Manuelle Zugfahrten sind selbstverständlich auch möglich. Mit anderen Worten: Die Anlage ist betriebs- und fahrbereit!

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