Digitaltechnik

Meine Digitalvergangenheit (FMZ):

Wie schon auf der Seite "Steuerung" erwähnt, habe ich mich zum Einstieg in die Digitaltechnik für die Fleischmann-Mehrzugsteuerung (FMZ) entschieden.1994 habe ich mir die ersten Komponenten zugelegt. Die Steuerzentrale FMZ-CONTROL 4 6804, der FMZ-Trafo 6810 und vier FMZ-Handregler 6820 waren schnell aufgebaut und der digitale Fahrspaß konnte beginnen. An Dampflokomotiven standen die BR 011, 65 und 39 zur Verfügung, die von Fleischmann aus schon mit einem FMZ-Decoder ausgerüstet waren. Da ich auch schon einige analoge Lokomotiven in meinem Besitz hatte, sollten diese natürlich auch Betrieb auf der provisorisch aufgebauten Anlage auf Spanplatte machen. Es war natürlich ein Haken dabei. Voraussetzung für diesen Mischbetrieb (FMZ und Analog) war die Installation von FMZ-Kopplern 6806, die natürlich auch noch gekauft werden mussten. Mit einem dieser Koppler und einem normalen Trafo konnte dann im Digalstromkreis eine analoge Lokomotive gesteuert werden. Die eingebauten 12V-Lampen mussten jedoch durch 24V-Lampen ersetzt werden, da der digitale Wechselstrom ca. 20-22 V beträgt. Leider machten die analogen Lokomotiven durch die beiden am Gleis anliegenden Spannungen (FMZ-Wechselspannung und Koppler-Gleichspannung) surrende Geräusche, die im Stillstand zum Teil sehr laut waren. Die Weichen habe ich nicht digital gestellt, sondern konventionell über Weichenstellpulte.

1996 habe ich dann den Grundstein für meine heutige Anlage gelegt. Da für mich klar war, diese Anlage automatisch mit dem PC zu steuern, habe ich mir mein zweites Steuergerät gekauft. Dies war die FMZ-Zentrale 6800 mit einer seriellen Schnittstelle, die ja Vorausetzung für den geplanten PC-Betrieb war. Aufgrund der noch anzuschaffenen Züge mit der damit verbundenen Leistungssteigerung habe ich mir einen FMZ-Booster 6805 mit einem weiteren FMZ-Trafo 6810 zugelegt. Die Koppler spielten für mich keine Rolle mehr, da ich aus verschiedenen Gründen nur noch rein digital fahren wollte. Später kam dann noch eine zweite FMZ-Zentrale 6800 mit FMZ-Trafo 6810 dazu. Auf der Seite "Steuerung" habe ich dazu was geschrieben, warum dieses notwendig wurde.

Im Prinzip war ich schon ganz gut ausgerüstet, aber das Ende der Fahnenstange für die Beschaffung von weiteren FMZ-Komponenten war noch nicht erreicht. Für die digitale Ansteuerung der Weichen fehlten natürlich noch FMZ-Empfängerbausteine 6850, die jeweils 4 Weichen schalten können. Anfangs habe ich einige Bausteine neu gekauft. Später bin ich immer mehr dazu übergegangen, mir diese Dinge bei Ebay günstig zu ersteigern.

Jetzt ging es natürlich darum, wie komme ich zu weiteren Lokomotiven. Die FMZ-Decoder waren für N relativ groß (Grundfläche ca. 18 x11 mm). Einen Umbau selbst durchzuführen, traute ich mir noch nicht zu. Ich habe dann durch Zufall gelesen, dass ein Herr W. aus Wuppertal FMZ-Decoder in diverse Spur N-Lokomotiven einbaut. Da er auch noch als Umbaubetrieb von der Firma Fleischmann zertifiziert war, habe ich mich mit ihm in Verbindung gesetzt. Ich wollte mich auch persönlich von seiner Leistungsfähigkeit überzeugen, daher packte ich drei Lokomotiven ein und fuhr nach Wuppertal. Dort habe ich mir genau erläutern lassen, wie er beim Umbau vorgeht. Ich war zufrieden mit dem, was ich gesehen und gehört habe. Die drei Lokomotiven erhielt ich bald zurück und es war alles in Ordnung.

Ich schickte in einem Zeitraum von mehreren Jahren ca. 15 Lokomotiven zum Umbau, und erhielt sie jeweils nach 14 Tagen mit eingebauten FMZ-Decoder zurück. Aufgrund der Decodergröße musste der Decoder bei fast allen Modellen im Kessel und/oder stehend im Führerhaus untergebracht werden. Das war von außen zu sehen, aber bei FMZ gab es keine andere Möglichkeit. Der etwas größere Elektrolytkondensator, der für den Betrieb mit einem Koppler notwendig war, musste nicht eingebaut werden, da ich ja keinen Kopplerbetrieb mehr wollte.

Leider konnte man an den FMZ-Decodern nur die Adresse ändern. Als Adressbereich standen die Adressen zwischen 1 und 119 zur Verfügung. Wollte man die Lokomotiven in der Endgeschwindigkeit bzw. in der Anfangsgeschwindigkeit reduzieren, musste man in eine Zuleitung zum Decoder zwei Zenerdioden antiparallel schalten. Der Decoder wurde von der Zentrale aus mit 15 Fahrstufen angesprochen.

Meine Digitaltechnik (DCC):

Auf der Nürnberger Spielzeugmesse im Jahre 2000 stellte die Fa. Fleischmann eine neue "Digitale Mehrzugsteuerung" vor. Kernstück dieses Systems war das Twin-Center (TC). Das TC ist mehrsprachig und beherrscht FMZ und DCC. DCC bedeutet Digital Command Control nach NMRA-Norm. SX-Decoder von Trix sollen auch damit funktionieren. Am Anfang war ich ein wenig reserviert, da ich ja eigentlich mit FMZ ganz zufrieden war. Schnell wurde mir aber klar, dass FMZ ein Auslaufmodell werden würde.

Ich musste nun entscheiden, mach ich diesen Systemwechsel mit oder bleibe ich bei FMZ. Die Entscheidung ist für mich nach einigen Überlegungen jedoch relativ schnell gefallen. Ein gewichtiges Argument für das TC war, dass die Twin-Technik so aufgebaut ist, dass die Vielzahl der FMZ-Komponenten weiter verwendet werden können. Für meine Konfiguration bedeutete das, dass ich lediglich eine FMZ-Zentrale 6800 übrig hatte. Ich halte diese als Reserve vor. Schalten wollte ich ja nach wie vor über die andere FMZ-Zentrale. Andere DCC-Anbieter mit ihren Zentralen kamen daher für einen Systemwechsel nicht in Frage, da ich die Basisausstattung ja schon hatte.

Weiterhin erschien mir DCC relativ zukunftssicher. Da die Miniaturisierung in der Elektronik immer weiter fortschreitet, ging ich davon aus, dass auch die DCC-Decoder immer kleiner werden. Hierdurch wird der Einbau von DCC-Decodern in fast allen N-Lokomotiven möglich. Anbieter von DCC-Decodern waren und sind auch reichlich vorhanden.

Da mein Steuerungsprogramm Softlok auch für das TC geeignet war, habe ich dann 2001 das Twin-Center 6802 und den dazugehörigen Trafo 6812 über den Versandhandel recht preiswert eingekauft. Es war ein richtiger Schnäppchenpreis.

Jetzt war es an der Zeit, eine erste Analoglok auf DCC umzubauen. Ich wählte die BR 012 aus, die mit einem Faulhabermotor ausgerüstet war. Ich habe einen Lenz-Decoder LE010F selbst eingebaut. Der Platz im Tender über dem Faulhabermotor war ausreichend bemessen. Es hat funktioniert, und die Laufeigenschaften waren wesentlich besser, als eine vergleichbare BR 011 mit Faulhaber und einem FMZ-Decoder. Das war dann für mich der Startschuss für eine Umrüstungsaktion, die sich über drei Jahre hinzog. Die FMZ-Lokomotiven (ca.15 Stück) wurden von mir auf DCC umgebaut. Es gab Rückschläge, wenn Decoder den Wärmetod gestorben oder mit Metall in Berührung gekommen sind. Weitere analoge Lokomotiven habe ich auch noch auf DCC umgebaut, bzw umbauen lassen. Neue Lokomotiven habe ich dann überwiegend nur noch mit Schnittstelle bzw. mit festeingebauten Decodern gekauft. Heute ist mein kompletter Fuhrpark nur mit DCC-Decodern bestückt (Ausnahme: BR 53). Ich habe bewußt DCC-Decoder von verschiedenen Firmen im Einsatz. Eine gegenseitige Beeinflussung habe ich nicht festgestellt. Eine Übersicht der zum Einsatz gekommenden Decoder ist auf der Seite "Lokomotiven" abgelegt.

Wie auf der Seite "Steuerung" erwähnt, habe ich für die Steuerung der Lokomotiven das Programm Softlok für FMZ eingesetzt. Da die Zentrale 6800 für fünfzehn Fahrstufen konzipiert wurde, hat Softlok natürlich auch fünfzehn Fahrstufen zur Verfügung. Wie weiter oben erwähnt, habe ich die Zentrale 6800 für die Steuerung durch das neue Twin-Center ersetzt. Die Decoder in den Lokomotiven sind von mir jedoch auf achtundzwanzig Fahrstufen programmiert worden. Die Kunst war es jetzt, jeden einzelnen DCC-Decoder mit der gewählten 2-er Kennlinie (Anfangsgeschwindigkeit CV 2 und Endgeschwindigkeit CV 5) so einzustellen, dass die Ansteuerung mit 15 Fahrstufen den Bereich der 28 Fahrstufen abdeckt, und die Lokomotive bei einer Fahrstufenänderung nicht ruckartig reagiert. Bei den Lokomotiven, die von Haus aus eine zu hohe Geschwindigkeit haben, habe ich durch die Reduzierung der Endgeschwindigkeit (CV 5) dieses geschafft. Überall da, wo dieser Trick nicht funktionierte, musste ich dann die freie Geschwindigkeitkennlinie (CV 67-94) programmieren und auf 15 Fahrstufen umrechnen.

Auch mit dem Programm Softlok 9.0 (siehe Seite "Steuerung") werde ich die Lokomotiven erstmals weiterhin nur mit 15 Fahrstufen ansteuern. Gleichzeitig mit der Einführung von Softlok 9.0 habe ich die FMZ-Zentrale für das Schalten von Weichenantrieben durch ein Twin-Center ersetzt.

Inzwischen (Stand 2018) betreibe ich die Steuerung mit der Version 12.0t.

Weitere Umbauten in 2018:

Das Twin-Center für die Steuerung der Lokomotiven habe ich durch die neue Zentrale RedBox V24 von Tams in 2018 ersetzt, da Softlok diese neue Digitalzentrale über die serielle Schnittstelle auch unterstützt. Der noch vorhandene FMZ-Boosterstromkreis ist durch einen Booster DB4 von Littfinski ersetzt worden.

Weichen und Signale:

Alle Weichen auf meiner Anlage werden digital von Softlok 9.0 (jetzt 12.0t) über Magnetartikeldecoder angesteuert. Auf Grund meiner FMZ-Vergangenheit habe ich natürlich die FMZ-Empfängerbausteine (6850) weiterwendet, da das Twin-Center neben DCC auch für FMZ geeignet war. Der Empfängerbaustein verfügt über 4 Ausgänge, die für zweispulige Magnetartikel geeignet sind. Über jeden dieser Bausteine werden vier Weichenantriebe angeschlossen. Teilweise schalte ich sogar zwei Weichenantriebe mit einem Ausgang. Die FMZ-Empängerbausteine haben allerdings den Nachteil, dass die angeschlossenen Weichen nur über den "teuren" Digitalstrom geschaltet werden können.

Inzwischen (Stand 2018) habe ich die restlichen FMZ-Empfängerbausteine ausgebaut und durch die neuen DCC-Weichendecoder von Viessmann (5280) ersetzt. Abgeschlossen ist auch der Austausch der Weichenantriebe im sichtbaren Bereich der Anlage. Die Antriebe habe ich durch Servo-Antriebe, die unterhalb der Platte angebaut sind, ersetzt. Die Servos werden über den Schalt-und Weichendecoder SwitchPilot (51822) von ESU digital geschaltet.

Auf meiner Anlage habe ich Form-Hauptsignale (4400, 4401 und 4402) sowie Lichtsignale (4411, 4412, 4413) von Viessmann eingesetzt. Die Signale werden genauso wie die Weichen digital von Softlok angesteuert. Für die Signale habe ich DCC-Magnetartikeldecoder von Littfinski Daten Technik (LDT) und Viessmann (5212) im Einsatz. Diese Bausteine verfügen über 4 Ausgänge, die für zweispulige Magnetartikel geignet sind. Über jeden dieser Bausteine werden vier Form-Hauptsignale, die jeweils mit einem zweispuligen Magnetantrieb ausgerüstet sind, direkt angeschlossen.

Diese vorgenannten DCC-Magnetartikeldecoder haben den Vorteil, dass eine externe Versorgungsspannung von 14 - 18 V AC zum Stellen der Signale verwendet werden kann. Diese Wechselspannung wird bei mir durch einen 70 VA Trafo von Conrad erzeugt.

Die direkte digitale Ansteuerung der Lichtsignale mit den DCC-Magnetartikeldecodern ist nicht wie bei den Form-Hauptsignalen möglich, da der Magnetartikeldecoder nur einen Stromimpuls beim Schalten erzeugt. Jedem Lichtsignal wird daher ein bistabiles Kleinrelais mit zwei Wechslern und zwei Spulenanschlüssen zugeordnet. Das Relais wird vom Magnetartikeldecoder direkt angesteuert. Die beiden Kontakte vom Relais schalten dann die entsprechenden Leuchtdioden (LED) der Signale. Damit das Ganze auch funktioniert, muss den Leuchtdioden noch eine Wechsel- oder Gleichspannung von ca. 14 - 16 V zugeführt werden. Für die Leuchtdioden der Formhauptsignale und der Lichtsignale habe ich ein entsprechendes Netz mit 16 V Wechselspannung aufgebaut.

Meine Hardware-Konfiguration (Stand: März 2018):

Eine RedBox V24 von Tams als Steuerzentrale für alle Lokomotiven. Ein Booster DB2 von Littfinski ist mit der Zentrale über ein 5-poliges Datenkabel verbunden und speist den 1. Stromkreis mit Hilfe eines geigneten Netztrafos. Durch den Einbau eines DSR-Moduls (Digital Signal Regler) von Arnold Huebsch, Wien, wird die Spannung im Stromkreis konstant auf 15,5 V begrenzt.

Eine Multimaus von Roco als Handregler zum Anstecken an die v. g. RedBox V24. An die RedBox habe ich weiterhin das wControl (WLAN-Interface) angeschlossen. Somit kann ich auch über ein Tablet und einer App (EasyControl Android) die Lokomotiven kabellos steuern.

Ein DB4-Booster von Littfinski mit geeignetem Netztrafo als Einspeisung für einen weiteren Stromkreis. Dieser Booster ist mit dem Booster des 1. Stromkreises durch ein 5-poliges Datenkabel verbunden. Durch den Einbau eines DSR-Moduls (Digital Signal Regler) von Arnold Huebsch, Wien, wird die Spannung im Stromkreis auch auf 16 V begrenzt.

Ein Twin-Center 6802 für das Schalten der Magnetartikel (Weichen und Signale) mit Twin-Center-Trafo 6811. An dieser Zentrale sind alle DCC-Magnetartikeldecoder und Servo-Schaltdecoder angeschlossen.

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Zusammenfassung:

Ich bin mit meiner damaligen Entscheidung für den Kauf der Fleischmann-Mehrzugsteuerung (FMZ) nicht schlecht gefahren, obwohl dieses System nur von einem Anbieter angeboten wurde und mit anderen Systemen anderer Anbieter nicht kompatibel war. Stand 2018 habe ich keine FMZ-Komponenten mehr im Einsatz.

Die Entscheidung für das Twin-Center ist heute im Rückblick noch richtig, da DCC weiterhin für mich zukunftssicher ist. DCC-Decoder werden von vielen Firmen für die Spur N gebaut. Hier gehe ich davon aus, dass der Markt die vielen Digitalanwender weiterhin bedienen kann. Da aber das Twin-Center schon lange nicht mehr hergestellt wird, habe ich mich nach einer Alternative umgesehen. Das Ergebnis war die neue Tams-Zentrale RedBox V24, die ich nun für die Steuerung der Lokomotiven nutze.

Die v. g. Komponenten sind teilweise schon Jahre im Einsatz, Ausfälle habe ich bisher nicht verzeichnen müssen. Mit anderen Worten: Ich bin zufrieden mit der von mir gewählten Digitaltechnik.

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